Muscheln gehören aufgrund ihrer kalkhaltigen Schale und ihrem reduzieren Kopf zu den Weichtieren. Zu finden sind sie auf dem Meeresgrund in Salz-, Brack- und Süßwasser, denn Muscheln sind an ein Leben im Wasser gebunden. Die Muscheln sind an ihren Lebensraum angepasst, durch gleiche Verhaltensweisen bei unterschiedlichen Arten kommt es häufig zur Konvergenz, das heißt, dass die Muscheln bei geringer Verwandtschaft ähnliche Merkmale in der Gestalt ausbilden. Muschel haben Kiemen, mit denen sie meist Plankton, als Nahrung, aus dem Wasser filtern. Eine Muschel kann bis zu 300 Jahre leben.
Der Weichkörper der Muschel wird von Mantellappen bedeckt, dadurch ist dieser geschützt. Der Weichkörper befindet sich im Mantelraum.
Der Mantelrand besteht aus drei Falten, die unterschiedliche Aufgaben übernehmen, der äußerste Rand bildet die Schale, die mittlere ist für die sensorische Wahrnehmung zuständig und die innere reguliert den Wasserstrom in den Mantelraum.
An dem Mantelrand können Symbiosen entstehen, z.B. zwischen Muschel und Alge, für die Muschel, bietet die Alge Schutz und kann von dessen Fotosyntheseprodukt profitieren.
Die Muschel besitzt komplexe Faden und Blattkiemen zur Filtration des Wassers. Die Kiemen dienen nicht nur zur Atmung sondern auch zur Nahrungsnahme.
Das Gehäuse der Muschel besteht aus zwei Klappen, welche den Weichkörper der Muschel umgeben. Die Klappen werden von einem Schloss zusammengehalten, können jedoch durch einen Schließmuskel geöffnet werden. Es gibt Unterschiede in Form, Farbe, und Beschaffenheit bei den unterschiedlichen Arten. Das Gehäuse besteht aus drei Schichten, der Periostracum, der Prismenschicht und der inneren Kalkschicht.
Das Gehäuse wird häufig von Raubschnecken durchbohrt, um den Weichkörper zu verzehren, deshalb lassen sich bei an den Strand angespülten Muscheln oft Löcher in der Schale beobachten.
Bei den Muscheln gibt es sowohl weibliche als auch männliche Tiere. Die Befruchtung und die Larvenentwicklung findet im Wasser statt. Der Ausstoß von Eiern und Samenzellen ist hormonell koordiniert. Aus der Larve entsteht nach einer Metamorphose eine Jungmuschel. Jungmuscheln suchen sich entweder einen festen Platz und werden Erwachsen oder sie haften sich an andere Muscheln, so entstehen Kolonien, wie beispielsweise Muschelbänke der Miesmuscheln. Es gibt auch Muschelarten, bei denen sich die Jungmuscheln an einem vorbeischwimmenden Fisch festheften müssen, um sich weiter zu entwickeln. Die Muschel bewegt sich auf unterschiedlichen Weisen fort. Meistens findet die Fortbewegung durch den so genannten Fuß statt, der Fuß produziert Haftfäden. Diese Haftfäden werden von der Miesmuschel auch zur Verteidigung benutzt, indem sie damit kleinere Schnecken einspinnen. Mit dem Fuß können die Muscheln sich schnell eingraben, springen oder ruckweise kriechen. Eine andere Fortbewegungsmethode ist das Schwimmen, durch eine ruckartiges Zusammenklappen der Schalenhälften erzeugt die Muschel einen Wasserstrom, wodurch sie sich ein Stückchen durch das Wasser bewegt. Muscheln können sich auch an andere Tiere heften und bewegen sich sofort.
Erwachsene Muscheln leben jedoch überwiegend festsitzend an Steinen, Felsen, Sand und Schlick und bewegen sich nur bedingt fort.
Der Mensch nutzt die Muscheln als Nahrungsmittel, besonders Miesmuscheln, Austern, Venusmuscheln, Messermuscheln und Kammmuscheln. Die Muschelzucht gehört deshalb an den Küsten zu einem wichtigen Gewerbe. Des weiteren ist die Verwendung von Muschelteilen, wie die Perlen oder Perlmutt, für die Herstellung von Schmuck von Bedeutung.